Internationales Steillagen-Netzwerk zu Gast an der Lahn

Drei Tage lang tauschten sich Fachleute aus Weinbau, Regionalentwicklung, Tourismus und Naturschutz im Welterbe Oberes Mittelrheintal über die Zukunft des Steillagenweinbaus aus. Den Abschluss bildete eine Exkursion in die LEADER-Region Lahn-Taunus nach Obernhof und Weinähr.

Obernhof / Weinähr. Das diesjährige Treffen des LEADER-Steillagen-Netzwerkes fand in der benachbarten LEADER-Region Welterbe Oberes Mittelrheintal statt. Vertreterinnen und Vertreter aus Weinbau, Wissenschaft, Regionalentwicklung, Tourismus und Naturschutz beschäftigten sich dabei mit den Herausforderungen und Zukunftsperspektiven des Steillagenweinbaus. Den Abschluss der Veranstaltung durfte die LEADER-Region Lahn-Taunus mit einer Exkursion nach Obernhof und Weinähr gestalten.

Im Mittelpunkt des Tages stand die Entwicklung der letzten verbliebenen Weinorte an der Lahn. Bei einer gemeinsamen Wanderung entlang des LahnWeinStiegs erhielten die Teilnehmenden spannende Einblicke in die Geschichte des Weinbaus an der Lahn sowie in aktuelle Entwicklungen vor Ort. Ortsbürgermeister Florian Schliemann (Weinähr) und Volker Rack (Obernhof) begrüßten die Gäste zunächst im Historischen Rathaus Weinähr und stellten wesentliche Entwicklungen der beiden Gemeinden vor. Anschließend erläuterten verschiedene Fachakteure entlang der Strecke Themen wie Tourismus, Bergbau, Weinbauhistorie und Flurbereinigung.

Steffi Zurmühlen von der Touristik Bad Ems-Nassau e.V. ging auf die touristische Bedeutung des LahnWeinStiegs und des Lahnweins für die Region ein. Helge Ehmann, Winzer und Vorsitzender der Teilnehmergemeinschaft Obernhof-Weinähr berichtete über die bewegte Geschichte des Weinbaus an der Lahn, den Ausbau neuer Weinbergsflächen und die Umwandlung ehemaliger Waldflächen. Heiko Stumm vom Dienstleistungszentrum Ländlicher Raum (DLR) Westerwald-Osteifel stellte die Hintergründe des umfangreichen Flurbereinigungsverfahrens vor, von dem Weinbau, Naturschutz, Tourismus sowie die Entwicklung der beiden Orte Obernhof und Weinähr gleichermaßen profitierten. Eindrucksvoll waren schließlich die Ausführungen von Karl Friedrich Merz, ehemaliger Ortsbürgermeister von Obernhof und Vorsitzender des Vereins geweinschaft e.V. zum Wandel der Kulturlandschaft in Obernhof und Weinähr. Der Verein entstand aus dem LEADER-geförderten Projekt „Bürgerweinberg Obernhof-Weinähr“ und setzt sich für den Erhalt des Lahnweins ein. Ziel ist es unter anderem, traditionelle Rebflächen zu erhalten, Weinbau für Bürgerinnen und Bürger erlebbar zu machen und die besondere Weinbaukulturlandschaft an der Lahn langfristig zu sichern.

Im Rahmen der Exkursion wurden zudem mehrere LEADER-geförderte Vorhaben vorgestellt, die beispielhaft zeigen, wie Weinbau, Tourismus, Naherholung und Regionalentwicklung gemeinsam gestärkt werden können. Dazu zählen neben dem Bürgerweinberg auch eine Wetterstation in Obernhof, der LahnWeinStieg, der Weinautomat in Weinähr sowie die Bootsanleger mit Elektroladesäulen entlang der Lahn. Die Projekte leisten einen wichtigen Beitrag dazu, die Weinbaukulturlandschaft langfristig zu erhalten und gleichzeitig für Bürgerinnen, Bürger und Gäste erlebbar zu machen.

Das Steillagen-Netzwerk ist ein LEADER-Netzwerk mit Vertreterinnen und Vertretern aus dem gesamten deutschsprachigen Raum. Beteiligt sind Akteure aus nahezu allen deutschen Weinregionen sowie aus Luxemburg und Österreich. Es beschäftigt sich seit einigen Jahren mit der Zukunft von Steillagenregionen und den Herausforderungen ihrer nachhaltigen Entwicklung. Im Fokus stehen dabei nicht nur Fragen des Weinbaus, sondern auch Themen wie Biodiversität, Landschaftspflege, Tourismus, regionale Identität und der langfristige Erhalt historischer Kulturlandschaften.

LEADER bietet Fördermittel für Vorhaben öffentlicher, gemeinnütziger oder privater und gewerblicher Träger zur Entwicklung des ländlichen Raums. 

 

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