Die LILE der LEADER-Region Lahn-Taunus

Grundlage der LEADER-Region Lahn-Taunus ist die sogenannte Lokale Integrierte Ländliche Entwicklungsstrategie (LILE). Ihr Leitmotiv ‚Über Grenzen hinaus wachsen‘ soll zum einen den Kooperationsgedanken innerhalb der Region, zum anderen die angestrebte Zusammenarbeit mit der benachbarten hessischen LEADER-Region Limburg-Weilburg hervorheben.

Gemeinsam mit den Menschen vor Ort wollen wir unsere Region weiter nach vorne bringen. Dazu brauchen wir Ihre Ideen für neue Projekte!

Entscheidend für die Auswahl einer Projektidee ist, wie gut sie die Umsetzung der LILE und deren Ziele und Handlungsfelder unterstützt.

Das beantragte Projekt darf zu keinem der LEADER-spezifischen horizontalen Ziele negative Auswirkungen aufweisen bzw. muss diese erfüllen. Außerdem muss es mindestens zwei der regionalen Entwicklungsziele (inklusive der regionalen horizontalen Ziele) verfolgen und sich mindestens zwei Maßnahmenbereichen sowie einem Handlungsfeld zuordnen lassen.

  • LEADER-spezifische horizontale Ziele

    Es gibt vier LEADER-spezifische horizontale Ziele, die bei den Aktivitäten, Maßnahmen und Projekten im Rahmen von LEADER in der Region Lahn-Taunus themen- und projektübergreifend berücksichtigt werden.

      • Innovative Projekte und Initiativen unterstützen:
        Projekte sollen innovativ sein. Dies beinhaltet auch Projekte und Initiativen, die zwar in ähnlicher Form an anderer Stelle schon existieren, aber in der Region Lahn-Taunus noch keine Anwendung gefunden haben. Auch dürfen sich innerhalb der Region Ansätze grundsätzlich wiederholen, solange sie jeweils neue Elemente enthalten.

      • Die heimische Umwelt schützen:
        Keines der Projekte soll nachteilige Auswirkungen auf die Umwelt nach sich ziehen.

      • Den Klimawandel eindämmen, Anpassung an seine Auswirkungen fördern:
        Projekte sollen dazu beitragen, den Klimawandel einzudämmen und/oder die Anpassung an den Klimawandel fördern.

      • Die Gleichstellung von Männern und Frauen fördern, Diskriminierung verhindern:
        Projekte sollen Defizite bei der Gleichstellung der Geschlechter sowie jegliche andere Benachteiligungen bestimmter Gruppen abbauen.
  • Regionale horizontale Ziele

    Die Region verfolgt drei regionale horizontale Ziele, die zu den vier Handlungsfeldern und den hierunter zugeordneten regionalen Entwicklungszielen quer liegen.

      • Das Zusammenwirken in der Region fördern:
        Gerade vor dem Hintergrund einer rückläufigen Bevölkerungszahl steigt der Bedarf an Kooperationen und Informationsaustausch zwischen Kommunen, Institutionen und Privaten – v. a. in Bezug auf technische und soziale Infrastruktur sowie deren Finanzierung – weiter an.
        Folgende Maßnahmenbereiche werden unter dieses Ziel gefasst:
          • Gemeindeübergreifende Kooperationen zwischen Akteuren verschiedener Bereiche
          • Beiträge zum aktiven Erfahrungsaustausch (Gelerntes weitergeben, erfolgreiche Kooperationen in der Region stärker bewerben)
          • Herausarbeitung von gemeinschaftlichen naturräumlichen, kulturgeschichtlichen und sozioökonomischen Gebietsmerkmalen
          • Verbesserung des Informationsflusses innerhalb der Region und nach außen (insbesondere Maßnahmen, die die pressebezogene ‚Zweiteilung‘ der Region aufheben oder abmindern)
          • Erprobung von Möglichkeiten, soziale Medien auf regionaler Ebene als Informations- und Austauschplattform einzusetzen

      • Die strategische und projekt­bezogene Kooperation mit der Region Limburg-Weilburg aktiv ausbauen:
        Die intensive Zusammenarbeit über die Landesgrenzen hinweg ist beiden LEADER-Regionen – Lahn-Taunus und Limburg-Weilburg – ein zentrales Anliegen. Sie wird sowohl in der LILE als auch im REK der Region Limburg-Weilburg als große Chance bewertet.
        Folgende Maßnahmenbereiche werden unter dieses Ziel gefasst:
          • Aufbau und Weiterentwicklung der gemeinsamen Arbeitsebene mit Limburg-Weilburg
          • Grenzübergreifende Projekten und Initiativen

      • Den demographischen Wandel als Herausforderung und Chance begreifen:
        Der demographische Wandel wird in Zukunft zu (weiter) sinkenden Bevölkerungszahlen und einer durchschnittlich älter werdenden Gesellschaft führen. Es ist notwendig, Lösungen für die damit verbundenen Herausforderungen zu finden.
        Folgende Maßnahmenbereiche werden unter dieses Ziel gefasst:
          • Beiträge zur Anpassung an die Veränderungen in der Altersstruktur (u. a. Schaffung von altersgerechten Infrastrukturen und Angeboten)
          • Beiträge, zur Förderung der barrierefreien Partizipation aller Menschen
          • Förderung des aktiven Umgangs mit den Themen Integration und Inklusion
          • Beiträge zur Anpassung an die abnehmenden Bevölkerungszahlen in der Region Lahn-Taunus
          • Informationsarbeit und Bewusstseinsbildung zu den Auswirkungen und Chancen des demografischen Wandels in der Region
  • Handlungsfelder


    Die LILE definiert vier Handlungsfelder, denen regionale Entwicklungsziele untergeordnet sind. Eine Projektidee muss sich mindestens einem Handlungsfeld zuordnen lassen.

    HANDLUNGSFELD NATUR, UMWELT UND KLIMA

      • Die Kulturlandschaften sichern, das Bewusstsein für den Wert von Natur und Landschaft und dem Leben auf dem Land stärken:
        Dieses Ziel soll zum Schutz von Natur und Landschaft sowie ihrer Funktionen beitragen. Die Aufrechterhaltung der land- und forstwirtschaftlichen sowie weinbaulichen Nutzung spielt dabei eine wichtige Rolle, ausgehend von der Überzeugung, dass die fachgerechte Nutzung in der Regel die beste Form der Pflege ist. 
        Folgende Maßnahmenbereiche werden unter dieses Ziel gefasst:
        • Beiträge zur Erfassung, Herausarbeitung, Pflege und Vermarktung typischer kulturlandschaftsprägender Elemente
        • Naturschutzfachliche Maßnahmen
        • Bewusstseinsbildung und Vermarktung des Werts des Lebens auf dem Land
        • Informations- und Bildungsmaßnahmen zur Umweltbildung (v. a. für Kinder und Jugendliche)
        • Weiterentwicklung Naturpark Nassau
        • Ehrenamtliche Initiativen im Natur- und Landschaftsschutz

      • Die regionalen Energieressourcen nachhaltig entwickeln, Energieverbräuche optimieren:
        Durch nachhaltige Energieerzeugung und -nutzung kann die Region einen Beitrag zum Klimaschutz und zum nachhaltigen Umgang mit regionalen Ressourcen leisten. Dabei sollten, wo möglich, gemeinschaftliche Vorgehensweisen und solidarische Lösungen angestrebt werden, um Eingriff und Nutzen bestmöglich vor Ort auszutarieren. 
        Folgende Maßnahmenbereiche werden unter dieses Ziel gefasst:
        • Informationsarbeit und Bewusstseinsbildung zu dezentraler Erzeugung und Nutzung von vor Ort vorhandenen erneuerbaren Energien
        • Bildung lokaler oder regionaler Gemeinschaftsinitiativen zum Thema Energieerzeugung und -vermarktung
        • Bewusstseinsbildung für einen schonenden Umgang mit Energie, inklusive energieeffizientem Bauen und Renovieren
        • Einsatz neuer, energieeffizienter Technologien

    Handlungsfeld Heimische Wirtschaft:

      • Fachkräfte ausbilden und halten, lokale Potenziale nutzen:
        Der beginnende Auszubildenden- und Fachkräftemangel wird von vielen Seiten als ein bedeutendes Risiko für die Unternehmen und auch die öffentlichen Arbeitgeber erkannt. Gleichzeitig lässt das Tagesgeschäft eine ausreichende Beschäftigung mit der Thematik oftmals nicht zu. Durch eine Kooperation mit anderen Unternehmen und/oder anderen Partnern können Aufgaben gemeinsam angegangen werden. 
        Folgende Maßnahmenbereiche werden unter dieses Ziel gefasst:
        • Kooperationen zwischen Unternehmen untereinander oder mit anderen Partnern (z. B. Berufsverbände, Schulen, Hochschulen)
        • Beiträge zur Unterstützung bei der Unternehmensnachfolge
        • Bekanntmachung der lokalen Ausbildungs- und Arbeitsmöglichkeiten
        • Beiträge zur Integration von ‚schwächeren‘ Jugendlichen
        • Beiträge zur Entwicklung von Teilzeitarbeitsformen und zur Integration von Alleinerziehenden
        • Maßnahmen des Regionalmarketings

      • Wertschätzung und Wertschöpfung regionaler Produkte und Dienstleistungen steigern:
        Mit diesem regionalen Entwicklungsziel soll die Steigerung der Wertschätzung für die wirtschaftenden Menschen und Betriebe sowie deren Produkte und Leistungen angestoßen werden und damit letztlich regionale Wertschöpfung erzielt werden. Dies beinhaltet nicht nur das finale Produkt, sondern auch den Produzenten, der mit seinem Wissen und den familienbetrieblichen Traditionen eine wesentliche Rolle einnimmt. 
        Folgende Maßnahmenbereiche werden unter dieses Ziel gefasst:
        • Bewusstseinsbildung für den Wert regionaler Produkte und Dienstleistungen in der Bevölkerung (als wichtige Säule der regionalen Wirtschaftsgemeinschaft)
        • Bildungsangebote für Kinder und Jugendliche zur Bewusstseinsbildung für regionales Wirtschaften
        • Informationsarbeit zum Thema lokales und regionales Einkaufen
        • Beiträge zum Finden und Erproben neuer regionaltypischer Produkte und Dienstleistungen

      • Angebote und Vermarktung im Tourismus nachhaltig weiterentwickeln:
        Dieses regionale Entwicklungsziel soll sowohl über konzeptionelle Beiträge als auch über die konkrete Unterstützung von Infrastruktur und Vermarktung verwirklicht werden. Auch im Tourismus wird es in Zukunft darum gehen, sich noch stärker mit den Auswirkungen des demografischen Wandels (z. B. abnehmendes Gästepotenzial aus Deutschland und Europa, steigender Anteil älterer Gäste, sinkender Anteil von Familien mit Kindern) auseinander zu setzen. Entscheidend mit Blick auf die Infrastrukturentwicklung und Zielgruppenansprache ist die enge Vernetzung mit den Nachbarregionen. 
        Folgende Maßnahmenbereiche werden unter dieses Ziel gefasst:
        • Erstellung touristischer Konzeptionen (Erkennen von Stärken und Perspektiven, Analyse von Zielgruppen, Schaffung konzeptioneller Voraussetzungen)
        • Touristische Investitionen (insbesondere in den Bereichen Barrierefreiheit, Kooperationen und der Herausarbeitung regionaltypischer Themen)
        • Qualitätsverbesserungen, Zertifizierungen und Prämierungen bei öffentlichen sowie privaten Angeboten und Anbietern
        • Beiträge zum Erhalt und weiterer Inwertsetzung der kulturhistorischen Zeugnisse
        • Beiträge zur Vernetzung mit Nachbarregionen (v. a. entlang der Lahn mit Limburg-Weilburg sowie in Bezug auf den Limes)
        • Entwicklung von zertifizierten Wanderwegen (auch in der Fläche, mit Anschluss an bestehende Fernwanderwege als Extratouren oder Rundwege)
        • Maßnahmen mit Bezug zur Geopark-Initiative Westerwald-Lahn-Taunus
        • Schaffung von Partnerschaften und Kooperationsmodellen im Tourismus (auch mit tourismusfernen Akteuren und auf europäischer Ebene)

      • Die Wirtschaftsbedingungen für Land- und Forstwirtschaft stärken:
        Die Lahn-Taunus-Region ist nach wie vor stark von Land- und Forstwirtschaft geprägt. Deren Fortführung hat eine wesentliche Bedeutung für den Erhalt der Kulturlandschaft. 
        Folgende Maßnahmenbereiche werden unter dieses Ziel gefasst:
        • Erzeugung und Vermarktung regionaler Produkte und Dienstleistungen (Landwirtschaft, Forstwirtschaft, Weinbau)
        • Beiträge zu einer zukunftsfähigen und sensiblen Entwicklung von Agrar- und Forststruktur (insbesondere durch Bodenordnung und Wirtschaftswegebau außerhalb der Bodenordnung sowie Waldflurbereinigung)
        • Beiträge zum Aufbau des Themas Wein als regionale Besonderheit
        • Schulungs-, Qualifizierungs- und Zertifizierungsmaßnahmen für heimische Betriebe
        • Kooperationen von Betrieben untereinander und mit Partnern anderer Bereiche

      • Gesundheitswirtschaft:
        Neben der Sicherung der Gesundheitsversorgung ist das Thema Gesundheitswirtschaft auch für die regionalwirtschaftliche Entwicklung von hoher Bedeutung. Als wichtige Ankerpunkte dienen die Angebote und Infrastrukturen in Bad Ems sowie die langjährigen Erfahrungswerte der in diesem Bereich tätigen Akteure. 
        Folgende Maßnahmenbereiche werden unter dieses Ziel gefasst:
        • Beiträge zur weiteren konzeptionellen Entwicklung des Themas Gesundheitswirtschaft als Markenzeichen der Region
        • Beiträge zum Ausbau des Themas in der Region (Vernetzung, Kooperationen, Gewinnen neuer Akteure)
        • Aufbau von von innovativen Angeboten im Bereich der Gesundheitswirtschaft durch kleine und mittlere heimische Unternehmen
        • Maßnahmen mit Bezug zur Welterbe-Initiative ‚Great Spas of Europe‘

    Handlungsfeld Arbeit mit, für und am Menschen:

      • Ausbildung, Qualifizierung und Weiterbildung für alle Generationen ausbauen:
        Vor dem Hintergrund des demographischen Wandels gewinnen Aus- und Weiterbildungsangebote ebenso wie lebenslanges Lernen zunehmend an Bedeutung. Im Zuge dessen sind eine gute Koordination der Aktivitäten sowie sinnvolle Kooperationen anzustreben. 
        Folgende Maßnahmenbereiche werden unter dieses Ziel gefasst:
        • Beiträge zur Ausbildung junger Menschen, um diese in der Region zu halten
        • Qualifizierungs- und Weiterbildungsmöglichkeiten für alle Altersgruppen
        • Beiträge zum Austausch von Fähigkeiten und Kenntnissen zwischen den Generationen

      • Bürgerschaftliches Engagement stärken, sinnvolle neue Bereiche erschließen:
        Die Eigeninitiative der Menschen vor Ort hat sowohl für die eigene persönliche Entwicklung als auch für die Gesamtentwicklung der Region eine herausragende Bedeutung. Demgegenüber gibt es einen starken Wandel in der Gesellschaft und die Tendenz einer zunehmenden Individualisierung gegenüber. Dadurch verlieren klassische Vereinsangebote in den Dörfern an Attraktivität, wohingegen die Nachfrage nach ‚freien‘ Angeboten der Freizeitgestaltung an die Gemeinden und Vereine steigt. Hoher administrativer Aufwand um die eigentliche Tätigkeit herum (Versicherungen, finanzielle Abwicklung, Organisation, Einhaltung rechtlicher Vorschriften, mangelnde Wertschätzung etc.) erschweren das Engagement. Auch führt der Rückgang der Bevölkerungszahl insgesamt zum Rückgang der Mitgliederzahlen in Vereinen, insbesondere bei Kindern und Jugendlichen.
        Folgende Maßnahmenbereiche werden unter dieses Ziel gefasst
        :
        • Schaffung von effektiven Entlastungen für die Aktiven vor Ort (in Bezug auf Bürokratie, Finanzfragen, Werbung)
        • Beiträge zur Integration von Neubürgern in die Gemeinschaft vor Ort und in das Ehrenamt
        • Entwicklung neuartiger Angebotsformate und bei der Ansprache neuer Zielgruppen durch Vereine
        • Beiträge zur Einbindung von Ehrenamt in KITA und Schule, Vernetzung mit dem Dorf bzw. Stadtteil

      • „Füreinander da sein“ neu organisieren:
        Demographische und gesellschaftliche Entwicklungen haben starke Auswirkungen auf das Sozialleben in der ländlichen Region. Demgegenüber war und ist gerade das „Füreinander da sein“ stets ein starker Standortvorteil für den ländlichen Raum, den es zu erhalten gilt, auch wenn Familie und Verwandte nicht mehr automatisch die ersten Bezugspersonen sind. Vor allem der Bereich Pflege und Teilhabe sind für die zukünftige Entwicklung entscheidend.
        Folgende Maßnahmenbereiche werden unter dieses Ziel gefasst:
        • Entwicklung neuer Solidargemeinschaften und neuer Solidarlösungen der ehrenamtlichen Akteure vor Ort (Vereine, Nachbarschaften, Dorfgemeinschaften)
        • Erprobung neuer Formate des bürgerschaftlichen Engagements, auch in Bereichen nahe der Daseinsvorsorge
        • Entlastung von Pflegediensten durch bürgerschaftliches Engagement (in der Begleitung/Unterstützung älterer Menschen)

      • Gemeinschaft stärken, Willkommenskultur aufbauen:
        Gemeinschaften werden immer vielfältiger, bestehend aus Zugezogenen und Alteingesessenen, jungen und alten Menschen, Menschen aus Dörfern und Städten, Menschen verschiedener Lebens- und Familienformate. Nicht zuletzt aufgrund des demographischen Wandels bemüht man sich vielerorts intensiv um Neubürger. Die damit verbundenen Aufgaben und Herausforderungen gilt es zu unterstützen.
        Folgende Maßnahmenbereiche werden unter dieses Ziel gefasst:
        • Beiträge zur Stärkung des Miteinanders sowie der sozialen und kulturellen Vielfalt
        • Beiträge zum aktiven Zusammenführen der verschiedenen gesellschaftlichen Gruppen
        • Maßnahmen zur Unterstützung und zum Aufbau einer Willkommenskultur
        • Neue, regionale und lokale Initiativen zur Integration von Neubürgern
        • Maßnahmen zur Verbesserung der Integration von Menschen mit geistiger oder körperlicher Behinderung

      • Entfaltungsmöglich­keiten von Kindern und Jugendlichen stärken:
        Die Lebenswelt der Kinder und Jugendlichen hat in den letzten Jahrzehnten einen immensen Wandel erfahren. Neben Veränderungen im sozialen Umfeld und Reformen im Schulwesen erleben die Jugendlichen heute rasante Entwicklungen im Medienbereich. Nach den Erkenntnissen der Jugendarbeit vor Ort nehmen Verhaltensauffälligkeiten zu, hinzu kommt ein sich verstärkender Mangel an Traditionen und Orientierung, was gerade im ländlichen Raum zu negativen Folgen führt. Kinder und Jugendliche stärken die Bindung an ihre Heimat vor allem dann, wenn sie sich in ihrer Umgebung gut entfalten, selbst engagieren und einbringen können.
        Folgende Maßnahmenbereiche werden unter dieses Ziel gefasst:
        • Beiträge zur Förderung von Eigeninitiative bei Kindern und Jugendlichen
        • Initiierung von Kulturprojekten von und für Jugendliche und Kinder
        • Erprobung von neuen Instrumenten und Initiativen in der Jugendarbeit vor Ort
        • Maßnahmen zur Verbesserung der Mobilität von Jugendlichen
        • Weiterentwicklung der Zusammenarbeit von Schule und Jugendhilfe in den Bereichen Schulsozialarbeit und Projektarbeit
        • Förderung von Kindern mit Migrationshintergrund in Zusammenarbeit mit Schulen, Gemeinden, Verbänden und Vereinen
        • Medienpädagogische Projekte

      • Geschichte und Brauchtum bewahren, neue kulturelle Impulse setzen
        Das kulturelle und historische Erbe der Region Lahn-Taunus spielt nicht nur für den Tourismus, sondern auch für die regionale Identität eine große Rolle und soll deswegen erhalten und erlebbar gemacht werden.
        Folgende Maßnahmenbereiche werden unter dieses Ziel gefasst:
        • Beiträge zum Erlebbarbachen von Geschichte
        • Schaffung neuer Angebote und Netzwerke in der regionalen Kulturlandschaft
        • Beiträge zur aktiven Brauchtumspflege und zur Pflege des regionalen Dialektes

    HANDLUNGSFELD ATTRAKTIVE DÖRFER UND STÄDTE

      • Gesundheitsversorgung in der Fläche sichern:
        In Zeiten von Landflucht und zunehmender Metropolisierung geht auch eine Konzentration von medizinischen Einrichtungen und Ärzten in Ballungsgebieten einher. Der Sicherung der Gesundheitsversorgung bzw. dem heutigen Standard im ländlichen Raum kommt daher eine hohe Bedeutung zu.
        Folgende Maßnahmenbereiche werden unter dieses Ziel gefasst:
        • Sicherung des bestehenden Standards der Gesundheitsversorgung über die Unterstützung innovativer Ansätze (z. B. MVZ, Telemedizin oder Delegationslösungen)
        • Informationsarbeit zu und Koordination von bestehenden Angeboten der Gesundheitsversorgung
        • Beiträge zum Niederlassungsmanagement und der Organisation von Praxisnachfolgen
        • Beiträge zur verbesserten Erreichbarkeit von Gesundheitseinrichtungen über ergänzende Mobilitätsangebote

      • Verkehrliche und virtuelle Mobilität verbessern:
        Eine zielführende Reaktion zur Sicherung der Erreichbarkeit der Infrastrukturen bzw. der Angebote und damit der Sicherung eines entscheidenden Wohnwertfaktors liegt in der Schaffung, Erhaltung und Kommunikation eines attraktiven Mobilitätsangebotes. Neben der physischen/verkehrlichen Anbindung ist die virtuelle Anbindung ein zentraler Standortfaktor insbesondere für die Funktionen Arbeiten und Wohnen, aber auch für den Tourismus. 
        Folgende Maßnahmenbereiche werden unter dieses Ziel gefasst:
        • Bedarfsgerechte teilregionale Lösungen in Bezug auf ergänzende Mobilität
        • Vernetzung verschiedener Mobilitätsangebote
        • Verschneidung von Mobilitätsangeboten mit den Bedarfen aus der Daseinsvorsorge
        • Beiträge zur Nutzung vorhandener Infrastrukturen zur Reduktion von Ausbaukosten der Breitbandversorgung
        • Kooperative Lösungen bei der Breitbandversorgung 
      • Innenentwicklung der Orte stärken:
        Das Leben in den Orten des ländlichen Raums der Lahn-Taunus-Region fand über Jahrhunderte hinweg in den heutigen Ortskernen statt. Verschiedene Entwicklungen wie ein steigender Mobilitätsgrad, die Konzentration der Arbeitsstätten an wenigen, zentralen Orten und die Siedlungsentwicklung an den Ortsrändern haben tiefgreifende Veränderungen mit sich gebracht, auch für kleinere und mittlere Orte.
        Folgende Maßnahmenbereiche werden unter dieses Ziel gefasst:
        • Erfassung der Ist-Situation und voraussichtlichen Bedarfen (Leerstandskataster) auf Basis einheitlicher Standards, Weiterentwicklung bestehender Kataster und Zusammenführung der einheitlichen Informationen auf regionaler Ebene
        • Beiträge, die die Anforderungen des demografischen Wandels bei der Siedlungsentwicklung berücksichtigen, Beiträge zu planerischen Arbeiten sowie Informationsarbeit und Bewusstseinsbildung
        • Entwicklung von Lösungen zu Abriss und Neugestaltungen in den Ortsinnenbereichen
      • Altersgerechtes und integratives Wohnen unterstützen:
        Ältere Menschen haben Wünsche, für die gerade im ländlichen Raum nicht immer leicht Angebote entwickelt werden können. Es gilt, zufriedenstellende Lösungen für Wohnen im Alter zu entwickeln. Außerdem sollen Ansätze gefördert werden, die es Menschen mit Behinderung ermöglichen, in kleineren Orten bzw. in der Fläche wohnen (bleiben) zu können. 
        Folgende Maßnahmenbereiche werden unter dieses Ziel gefasst:
        • Schaffung von jungem Wohnen in der Fläche (Mietwohnungen, kleine Wohnungen)
        • Alternative, betreute, gemeinschaftliche sowie behindertengerechter Wohnformen in der Fläche
        • Schaffung von barrierefreiem Wohnraum
        • Beiträge zur stärkeren Berücksichtigung der barrierefreien Dorfgestaltung
        • Verknüpfung von altersgerechtem und energieeffizientem Bauen/Renovieren mit dem regionalem Handwerk
        • Entwicklung von Lösungen/Modellen, die den Standards gerecht werden, aber bezahlbar bleiben
      • Sicherung der Daseinsvorsorge und Belebtheit in den Dörfern fördern:
        Wo immer die Entstehung von tragfähigen Versorgungseinrichtungen vor Ort möglich ist, sollte dies unterstützt werden. Voraussetzung für das Funktionieren von Dorfläden in kleinen Dörfern ist meist das Vorhandensein eines Betreibermodells unter Beteiligung der Einwohner (Genossenschaft, Verein, sonstige Beteiligungsmodelle) sowie die Multifunktionalität der Einrichtung. Ein mindestens ebenso wichtiger Aspekt ist neben der reinen Versorgung auch die damit einhergehende Belebung eines Ortes, die für alle Altersgruppen einen wichtigen Faktor für Lebensqualität darstellt. 
        Folgende Maßnahmenbereiche werden unter dieses Ziel gefasst:
        • Schaffung lokaler Multifunktions- und Kommunikationsorte, inklusive Informationsarbeit über die Möglichkeiten und Grenzen von Versorgungseinrichtungen vor Ort
        • Beiträge zur Steigerung der Wertschätzung für lokales und regionales Einkaufen, regionale Produkte sowie für die Möglichkeiten der Selbstversorgung
        • Etablierung von offenen Treffpunkten in den Orten
        • Beiträge zur Sicherung des Freizeit- und Naherholungswertes der Region, insbesondere für Kinder und Jugendliche


Das vollständige Konzept steht als *.pdf-Datei zum Download zur Verfügung.