Die klassische LEADER-Förderung

Haben Sie eine innovative Idee, die die LEADER-Region Lahn-Taunus nachhaltig voranbringt? Dann könnte Ihr Projekt für eine LEADER-Förderung in Frage kommen!

Die Höhe der Förderung hängt von der Art des Zuwendungsempfängers ab. Daher ist bereits im Vorfeld zu klären, wer beim geplanten Vorhaben der offizielle Projektträger sein soll. Zuwendungsempfänger können Kommunen, Vereine, Verbände, Privatpersonen oder Unternehmen sein.

Die Fördersätze sind in der Lokalen Integrierten Ländlichen Entwicklungsstrategie der LAG Lahn-Taunus festgelegt und basieren auf dem rheinland-pfälzischen Entwicklungsprogramm EULLE. Unterschieden wird dabei zwischen einer Grundförderung (für Projekte, die in der Bewertung mindestens 4 Punkte erreicht haben) und einer Premiumförderung (für Projekte, die in der Bewertung mindestens 8 Punkte erreicht haben).

Die genauen Fördersätze lassen sich der folgenden Tabelle entnehmen:

ZuwendungsempfängerGrundförderung
(mind. 4 Punkte in der Bewertung)
Premiumförderung
(mind. 8 Punkte in der Bewertung)
Für Qualifizierungs- und Informationsmaßnahmen65 %
75 %
Bei privaten Zuwendungsempfängern30 %
40 %
Bei gemeinnützigen Zuwendungsempfängern
40 %
50 %
Bei öffentlichen Zuwendungsempfängern und LAG-Vorhaben
65 %
75 %

Die verbleibenden (förderfähigen) Kosten müssen vom Projektträger selbst getragen werden (eine Deckung dieser Kosten durch Spenden ist nicht möglich, diese werden im Vorfeld von den beantragten Kosten in Abzug gebracht). Um einen positiven Zuwendungsbescheid zu erhalten, muss die Finanzierung des Eigenanteils gesichert sein.

Die öffentliche Zuwendung muss mindestens 2.000 Euro betragen, wobei mehrere kleine Projekte zu einem Vorhaben zusammengefasst werden können. Die maximale Förderhöhe beträgt 250.000 Euro. Ausnahmen sind nur mit Zustimmung der ELER-Verwaltungsbehörde möglich.


Lässt sich das Projektvorhaben dem LEADER-Förderrahmen zuordnen, sind folgende Schritte einzuhalten:

  • 1. Projektsteckbrief

    Zunächst füllen Sie als Projektträger einen Projektsteckbrief aus, in dem Sie das Vorhaben beschreiben (Benennung des Projektträgers, Projektbeschreibung, Kostenschätzung, Zeitplan). Der vollständig ausgefüllte Projektsteckbrief ist beim Regionalmanagement der LEADER-Region Lahn-Taunus einzureichen. 

    Zusammen mit seinem Projektsteckbrief muss der Projektträger unter anderem einen Nachweis des Finanzamtes vorlegen, ob er für das konkrete Projekt vorsteuerabzugsberechtigt ist. Hierfür muss der Projektträger den Nachweis ausfüllen und seinem Finanzamt zur Unterzeichnung vorlegen (dieser Nachweis ist erforderlich, um darzulegen, ob die Förderung auf Basis der Bruttosumme oder der Nettosumme der förderfähigen Kosten berechnet wird – nur wenn der Projektträger nicht zum Vorsteuerabzug berechtigt ist, kann die Förderung auf die förderfähigen Bruttoprojektkosten gewährt werden).

  • 2. Projektbewertung

    Das LEADER-Entscheidungsgremium – die LAG Lahn-Taunus – ist zuständig für die Projektbewertung. Sie prüft als erstes, ob die Projektidee dem Leitbild und den Zielsetzungen aus der Lokalen Integrierten Ländlichen Entwicklungsstrategie (LILE) entspricht und einem der dort ausgewiesenen Handlungsfelder und Maßnahmenbereiche zugeordnet werden kann.

    Für jedes der LAG Lahn-Taunus vorgelegte Projekt wird ein Bewertungsbogen angelegt, der die Grundlage zur Einordnung und Priorisierung des Projektes bildet. Zur Gewährleistung einer transparenten und nachvollziehbaren Projektauswahl werden die Projektbewertung und die Entscheidung des Gremiums dokumentiert.

    Die Bewertung der Förderwürdigkeit und Festlegung einer Punktbewertung sowie eines Fördersatzes erfolgt durch die LAG bei der Auswahlsitzung, die zweimal pro Jahr stattfindet. Dabei wird eine Rangfolge der eingereichten Projekte erstellt und die Projekte gemäß dem zur Verfügung stehenden Budget ausgewählt. 

    Informationen zum Auswahlverfahren finden Sie in der Projektbewertungsdokumentation und in der Lokalen Integrierten Ländlichen Entwicklungsstrategie (LILE). Eine positive Entscheidung der LAG Lahn-Taunus ist zwingender Bestandteil des Förderantrags.

  • 3. Projektantrag

    Die Projektträger bekommen nach dem Beschluss des Entscheidungsgremiums eine schriftliche Benachrichtigung durch das Regionalmanagement. Ist eine positive Entscheidung für das Projekt gefallen, kann der Projektträger einen offiziellen Förderantrag stellen. 

    Dieser Förderantrag ist zur Einreichung des Projekts bei der Bewilligungsstelle Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD) Trier erforderlich. Nach grundsätzlicher Klärung der Förderfähigkeit eines Projektvorhabens und abschließender positiver Beschlussfassung in der LAG-Versammlung anhand des Projektsteckbriefs ist der Förderantrag über das Regionalmanagement mit den erforderlichen Anlagen an die Bewilligungsstelle innerhalb von sechs Monaten zu übersenden. Eine nicht fristgerechte (vollständige) Beantragung führt grundsätzlich zur Aufhebung des vorhabenbezogenen positiven Auswahlbeschlusses und der Reservierung der Fördermittel.

    Wichtig:  Erst nach Erhalt einer schriftlichen Bewilligung durch die ADD darf das Projekt begonnen werden! Es dürfen vorher beispielsweise nicht bereits Aufträge vergeben oder Anschaffungen getätigt werden, diese können ansonsten bei einer etwaigen Förderung nicht berücksichtigt werden.

  • 4. Projektdurchführung

    Nach Einreichen des Förderantrags erhalten Sie mit dem Zuwendungsbescheid eine schriftliche Bewilligung durch die ADD und können mit dem Vorhaben beginnen.

    (Bitte vergessen Sie dabei nicht, die Publizitätsvorschriften einzuhalten, die Ihnen mit Ihrem Zuwendungsbescheid zugegangen sind.)