Nachhaltige Kleidung

Ausgangslage
Die weltweite Produktion von Textilien für Mode soll laut einer Studie der Changing Markets Foundation von 62 Millionen Tonnen im Jahr 2015 auf 102 Millionen Tonnen im Jahr 2030 steigen. Immer noch wird nur ein kleiner Bruchteil der ausgedienten Kleidung recycelt. 87 % werden verbrannt, landen auf der Mülldeponie oder direkt in der Natur. Dabei werden heute mehr als zwei Drittel der Modeartikel aus fossilen Ausgangsstoffen, wie Erdöl, hergestellt. Gerade die sogenannte „Fast Fashion“ ist stark von den Kunstfasern abhängig und somit für einen großen Anteil der CO2-Emissionen weltweit verantwortlich. Viele achten bereits bei Kosmetik auf Mikroplastik.
Während aber nur etwa 2 % des Mikroplastiks im Meer aus Kosmetikartikel stammt, ist synthetische Kleidung für ca. 35 % verantwortlich. Doch auch die Herstellung von „Naturprodukten“, wie Baumwolle, ist problembehaftet. Beim Anbau werden besonders viele Pestizide versprüht, die zum Teil im Boden bleiben und zum Teil später in der Produktion mit ins Abwasser geleitet werden. Zudem benötigt die Produktion viel Wasser, was zu Trinkwasserknappheit in herstellenden Regionen führt. Der Bedarf an Wasser für ein T-Shirt schwankt zwischen 2.000 und 20.000 Liter. Generell werden bei der Produktion von Modeartikeln Schwermetalle, wie Kupfer, Arsen und Cadmium, verwendet. In einigen Regionen (z.B. in China, Bangladesch und Indien) wird das Abwasser ungefiltert in die Umwelt geleitet wird. Hinzu kommen die oft prekären Arbeitsbedingungen, niedrigen Löhne und Vereinigungsverbote in den Textilfabriken.

Was also können wir tun?
Zuallererst sollten wir nur wirklich benötigte Kleidungsstücke kaufen. Die vorhandene Kleidung pfleglich behandeln und möglichst lange nutzen. Beim Kauf neuwertiger Kleidung können wir Produkte mit nachhaltigerem Ressourcenverbrauch auswählen. Dabei zum Beispiel auf den Verzicht von Pestiziden, die Verwendung von ökologischeren Materialien und auf faire Arbeitsbedingungen achten. Einige Siegel werden von der Verbraucherzentrale vorgestellt. Sie können bei der Auswahl helfen, sollten aber die gesamte Wertschöpfungskette berücksichtigen. Durch die erhöhte Nachfrage gibt es auch wieder immer mehr lokal (in Deutschland oder Europa) produzierte Mode.
Generell ist eine Kreislaufwirtschaft für alle Produkte unseres täglichen Lebens anzustreben. Es gibt mittlerweile Forschungsinstitute und Modefirmen, die bestrebt sind, einen Kreislauf für textile Produkte zu ermöglichen. Um hier einen wirklichen Durchbruch zu erzielen, sind neben dem bestehenden Green Deal der EU jedoch weitere Gesetzgebungen notwendig. So zum Beispiel eine Kennzeichnungspflicht von Materialien oder eine Verbannung von Materialien, die einer Kreislaufwirtschaft generell im Wege stehen.

Der Kauf von Second-Hand Kleidung löst zwar nicht das Problem der finalen Entsorgung, verlängert aber die Lebensdauer von Kleidungsstücken. So müssen weniger Textilien hergestellt, verpackt, transportiert werden und es werden Ressourcen, wie Energie, Wasser und Boden geschont. Zudem können wirkliche Schmuckstücke für einen deutlich geringeren Preis, im Vergleich zu Neuware, erworben werden. Schau doch mal auf einem Flohmarkt in deiner Nähe oder in einem der Gebrauchtwarenläden in Diez vorbei. Die Kleiderstube 2.0 des Willkommenskreises Diez e.V. heißt jetzt Wiedergeliebt und ist in der Wilhelmstr. 69 zu finden. Ein Teil der Kleidung geht zudem an weltweit durchgeführte humanitäre Hilfsprojekte.
Auch private Kleidertauschpartys erfreuen sich mittlerweile großer Beliebtheit und können für etwas Abwechslung im Kleiderschrank beitragen. Vielleicht kannst du ja selbst mal eine mit deinen Freunden und Freundinnen organisieren?

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