Im Rahmen der diesjährigen „Orange the World“-Kampagne im Rhein-Lahn-Kreis sind Sie zu einer besonderen Veranstaltung eingeladen: Der Lebendigen Bibliothek. Ein Format, das Menschen zusammenbringt, Dialog ermöglicht und neue Perspektiven eröffnet.
Unter dem Motto „Spannende Lebensgeschichten – faszinierende Menschen“ haben Besucherinnen und Besucher die Möglichkeit, sogenannte „lebende Bücher“ auszuleihen. Dabei handelt es sich um Menschen mit außergewöhnlichen Lebenswegen, besonderen beruflichen Hintergründen oder prägenden Erfahrungen. Statt Seiten zu blättern, treten die Gäste in den direkten Austausch – Fragen stellen ist ausdrücklich erwünscht. An dem Abend erweitern Sie Ihren Horizont, lernen Mitmenschen besser kennen und tauchen ein in die Lebenswelten, Sichtweisen und Handlungsmotive Ihrer Gesprächsgegenüber!
Die Lebendige Bibliothek verfolgt ein klares Ziel: Vorurteile abbauen, Stereotype hinterfragen und den offenen Dialog fördern. Durch persönliche Gespräche entstehen Begegnungen auf Augenhöhe, die zum Nachdenken anregen und neue Einsichten ermöglichen.
Das Format hat sich in Diez bereits erfolgreich etabliert und erfreut sich wachsender Beliebtheit. Auch in diesem Jahr erwartet die Besucherinnen und Besucher ein abwechslungsreicher Abend mit inspirierenden Gesprächen und leckeren Snacks in angenehmer Atmosphäre.
Alle Interessierten sind herzlich eingeladen, Teil dieser besonderen „Leseerfahrung“ zu werden und Menschen kennenzulernen, deren Geschichten bewegen. Dieser Abend ist eine Kooperationsveranstaltung von WürdeWerkstatt e.V. mit der Stadtbibliothek Diez, des Bündnisses für FrauenSchutz und der Gleichstellungsstelle des Rhein-Lahn-Kreises. Der Eintritt ist frei, eine Anmeldung ist nicht erforderlich.
Wie funktioniert die lebende Bibliothek?
Das Konzept der lebenden Bibliothek wurde vor 25 Jahren in Dänemark entwickelt: Sie leihen sich ein "Buch" (eine Person) in einem geschützten Rahmen aus, um deren Geschichte zu hören. Die "Bücher" sind Menschen, die oft gesellschaftliche Vorurteile erfahren oder Betroffene beruflich beraten. In der Regel erzählen die Bücher von ihren Erfahrungen und die LeserInnen stellen Fragen, auch solche, die sie bisher vielleicht nie stellen konnten. Im Gespräch mit einem Lebenden Buch erfahren LeserInnen Informatives über das Leben der Anderen, aber auch über deren emotionale Haltung zu Benachteiligung und Diskriminierung. Die Begegnung im Dialog von Mensch zu Mensch steht im Mittelpunkt. Sie ist nachweislich eine der effektivsten Methoden zum Abbau von Vorurteilen. Die Lebende Bibliothek sensibilisiert so für gesellschaftliche Themen und schafft einen geschützten Raum für den Dialog zwischen Minderheiten und Menschen, die zur Mehrheitsgesellschaft zählen, zwischen mehr und weniger Privilegierten, zwischen Menschen, die es leichter haben und Menschen, die es – aus unterschiedlichsten Gründen – schwerer haben, ihr / unser aller Recht auf Teilhabe zu realisieren. Die Lebende Bibliothek ist – auch wenn die Begegnungen authentisch sind – zugleich eine Art Spiel. Es wird eine Leihbibliothek inszeniert mit lebenden Büchern, mit BibliothekarInnen und mit LeserInnen und der Zielsetzung, Verständnis, Toleranz und den Abbau von Diskriminierungen zu fördern.
