Lernen von erfolgreichen Projekten: Gemeindevertreter besuchen Nahwärmenetz im Hunsrück

Wie kann eine nachhaltige Wärmeversorgung in der eigenen Kommune erfolgreich umgesetzt werden? Antworten auf diese Frage suchte eine Delegation aus der Ortsgemeinde Holzappel, den Verbandsgemeindewerken sowie der Verbandsgemeinde Diez bei einem Besuch des landesweit bekannten Nahwärmenetzes in Neuerkirch-Külz. Die von der Energie- und Klimaschutzagentur organisierte Exkursion fand am 23. Juni statt und bot den Teilnehmenden die Möglichkeit, sich aus erster Hand über Technik, Wirtschaftlichkeit und Betrieb eines kommunalen Nahwärmenetzes zu informieren.

Durch die Heizzentrale führte Marc Meurer, Werksingenieur der Verbandsgemeinde Simmern-Rheinböllen. Er erläuterte die Planung, den Bau und den langjährigen Betrieb des Wärmenetzes, das inzwischen mehr als 160 Wohngebäude in den Orten Neuerkirch und Külz zuverlässig mit Wärme aus Holzhackschnitzeln versorgt.

Erkenntnisse für die kommunale Wärmeplanung

Für die Delegation aus Holzappel war der Besuch von besonderem Interesse: Die Ortsgemeinde bereitet derzeit die Beauftragung einer Machbarkeitsstudie im Rahmen des Bundesförderprogramms für effiziente Wärmenetze (BEW), Modul 1, vor. Im Mittelpunkt standen daher Fragen zur heutigen Umsetzbarkeit eines Nahwärmenetzes, zu Investitions- und Betriebskosten sowie zu den Voraussetzungen für einen wirtschaftlichen Betrieb.

Intensiv diskutiert wurde zudem, welche Technologie für zukünftige Wärmenetze die größten Vorteile bietet. Neben klassischen Biomasse-Nahwärmenetzen auf Basis von Holzhackschnitzeln standen auch sogenannte „kalte“ Nahwärmenetze im Fokus. Marc Meurer berichtete aus der Praxis, stellte die Erfahrungen aus dem laufenden Betrieb vor und beantwortete die zahlreichen Fragen der Teilnehmenden.

Klimaschutz mit regionaler Wertschöpfung

Beeindruckt zeigten sich die Besucher insbesondere von den positiven Auswirkungen auf die regionale Energieversorgung. Das Nahwärmenetz reduziert den CO₂-Ausstoß um rund 1.200 Tonnen pro Jahr und trägt damit erheblich zum kommunalen Klimaschutz bei. Gleichzeitig stärkt die Nutzung regional verfügbarer Holzhackschnitzel die Wertschöpfung vor Ort und macht die Wärmeversorgung unabhängiger von fossilen Energieträgern. Wertvolle Impulse für Holzappel

Der Informationsbesuch lieferte wertvolle Erkenntnisse für die fachliche Bewertung des geplanten Projekts in Holzappel. Gleichzeitig machte er deutlich, welches Potenzial nachhaltige Wärmekonzepte für eine zukunftsfähige, wirtschaftliche und klimafreundliche kommunale Wärmeversorgung bieten.

Interesse an einem Nahwärmenetz?

Sie interessieren sich für die Entwicklung eines Nahwärmenetzes in Ihrer Kommune oder möchten sich über Fördermöglichkeiten, technische Konzepte und die nächsten Planungsschritte informieren? Die Energie- und Klimaschutzagentur unterstützt Kommunen mit verschiedenen Informations- und Beratungsangeboten sowie den passenden Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartnern rund um das Thema Nahwärme. Nehmen Sie gerne Kontakt mit uns auf – wir beraten Sie bei den ersten Schritten.

im Bild oben: 
Vertreter der Verbandsgemeinde, der Ortsgemeinde Holzappel, der Verbandsgemeinde Simmern Rheinböllen und der Energie- und Klimaschutzagentur RLP. 
Foto: Energie- und Klimaschutzagentur Rheinland-Pfalz

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