Unter dem Motto „125 + 5 Jahre Freiwillige Feuerwehr Laurenburg“ hatte die Einheit zum zweiten Teil ihrer Feierlichkeiten rund um das Feuerwehrgerätehaus eingeladen.
Das Wetter spielte mit, das Festzelt war gut gefüllt und die Feuerwehr hatte für ihre Gäste ein abwechslungsreiches Programm mit Rückblick, Talkrunde, Musik, Ehrungen sowie Mittagessen und Kuchenbuffet vorbereitet.
Wehrführer Alexander Seifert begrüßte zahlreiche Gäste aus Politik, Verwaltung und Feuerwehr. Unter ihnen waren Landrat Jörg Denninghoff, Bürgermeisterin der Verbandsgemeinde Diez Maren Busch, Erster Beigeordneter Torsten Loosen, Dritter Beigeordneter Günter Künzler, Ordnungsamtsleiter Roger Weimar, Ortsbürgermeister Ralf Würges, Wehrleiter der Verbandsgemeinde Diez Sebastian Kuhmann sowie zahlreiche Vertreter der Feuerwehren. Ebenfalls begrüßte Seifert Marcus Grün, den langjährigen ehemaligen Wehrleiter der Verbandsgemeinde Diez und stellvertretenden Brand- und Katastrophenschutzinspekteur des Rhein-Lahn-Kreises, Lars Ritscher, ebenfalls stellvertretender Brand- und Katastrophenschutzinspekteur sowie Michael Dexheimer, Vorsitzender des Kreisfeuerwehrverbandes Rhein-Lahn e.V..
Einen Blick auf die ersten 100 Jahre der Feuerwehrgeschichte gab anschließend Dieter Becker. Er erinnerte unter anderem an schwere Brände, das erste Feuerwehrfahrzeug aus dem Jahr 1966, das Zugunglück von 1968, die Gründung der Jugendfeuerwehr 1972 sowie den Bau des Feuerwehrgerätehauses 1976/77. Auch Hochwasserlagen und weitere Großeinsätze prägten die Geschichte der Einheit. Zudem dankte er ausdrücklich den Partnerinnen, Partnern und Familien der Feuerwehrangehörigen, die das zeitintensive Ehrenamt mittragen.
In der anschließenden Talkrunde rückten die vergangenen 25 Jahre in den Mittelpunkt.
Alexander Seifert berichtete von Sturmschäden, vermissten Personen, Hochwassereinsätzen, einer Bombenentschärfung mit Evakuierung Laurenburgs sowie außergewöhnlichen Einsätzen wie dem sogenannten „Laurenburger Geysir“. Auch der Großbrand bei Uriel, bei dem zahlreiche Feuerwehren der Verbandsgemeinde im Einsatz waren, blieb in besonderer Erinnerung. Seifert betonte, wie stolz er auf seine Mannschaft sei – nicht nur im Einsatz, sondern auch mit Blick auf die umfangreichen Vorbereitungen für das Jubiläumsfest. „Man kann sich immer auf alle verlassen.“ Ein besonderer Dank galt auch früheren Führungskräften der Feuerwehr sowie allen, die die Einheit über viele Jahre unterstützt haben.
Gute Zusammenarbeit mit der Verbandsgemeinde
Mehrfach hervorgehoben wurde die enge Zusammenarbeit zwischen der Feuerwehr Laurenburg und der Verbandsgemeinde Diez. Zugleich wurde deutlich, welchen Stellenwert die Feuerwehr auch in der Ortsgemeinde hat. Ortsbürgermeister Ralf Würges verwies auf den großen Anteil an Eigenleistung, der sowohl beim Veranstaltungsgelände als auch rund um das Feuerwehrgerätehaus erbracht wurde. „Das Gebäude spiegelt wider, wie eng wir miteinander verbunden sind. Wir stehen zusammen.“
Wehrleiter Sebastian Kuhmann, unterstrich ebenfalls die Verlässlichkeit der Einheit und betonte, dass sich die Feuerwehr Laurenburg über die Ortsgrenzen hinaus einen sehr guten Namen gemacht habe. Bürgermeisterin Maren Busch, nutzte die Gesprächsrunde für einen Blick in die Zukunft. Die Verbandsgemeinde investiere kontinuierlich in Fahrzeuge, Ausstattung und Feuerwehrgerätehäuser. Grundlage dafür sei unter anderem die Feuerwehrbedarfs- und Entwicklungsplanung. „Wir sorgen jeden Tag dafür, dass ihr gut ausgebildet seid und eine gute Ausstattung habt.“ Ein externes Unternehmen habe die künftigen Bedarfe untersucht. Drei Projekte seien für die kommenden fünf Jahre besonders hervorgehoben worden – Laurenburg gehöre dazu. Für den Standort sollen nun die weiteren Planungen vorangetrieben und die notwendigen Rahmenbedingungen für eine spätere Umsetzung geschaffen werden.
Auch die Nachwuchsgewinnung und die Sicherung der Tagesalarmbereitschaft waren Thema. Dabei wurde deutlich, wie wichtig es ist, weiterhin aktiv für das Ehrenamt zu werben. Ebenso diskutierten die Teilnehmer über zunehmende Dokumentations- und Verwaltungsaufgaben innerhalb der Feuerwehr. Landrat Jörg Denninghoff berichtete zudem über Investitionen des Rhein-Lahn-Kreises in den Katastrophenschutz, unter anderem in Stromerzeuger, Pumpen, Fahrzeuge sowie Aus- und Fortbildungen. Entscheidend sei, dass die Strukturen im Ernstfall funktionieren.
Für gute Stimmung bei der Talkrunde sorgten kleine humorvolle Elemente: Jeder Gesprächsgast wurde mit einem eigens ausgewählten Musikstück begrüßt und erhielt sein Lieblingsgetränk von Feuerwehrmann Christian Forstbach serviert. Den Abschluss bildeten sechs kurze Ja-Nein-Fragen, bei denen die Podiumsgäste große Einigkeit zeigten. Nach der Talkrunde überreichte Ortsbürgermeister Ralf Würges der Feuerwehr einen finanziellen Zuschuss. Anschließend sorgte der Musikverein Holler für musikalische Unterhaltung.
Beförderungen und besondere Ehrungen
Ein weiterer Höhepunkt waren die Beförderungen und Ehrungen verdienter Feuerwehrangehöriger. Befördert wurden Christian Forstbach zum Oberfeuerwehrmann, Niklas Seifert und Martin Kuhmann zu Hauptfeuerwehrmännern, Mathias Meller zum Löschmeister, David Kramb zum Oberlöschmeister und Timo Schmidt zum Oberbrandmeister.
Eine besondere Würdigung erhielt Alexander Seifert für sein langjähriges Engagement in der Jugendfeuerwehr. Von 2012 bis 2026 war er 14 Jahre lang als Verbandsgemeindejugendfeuerwehrwart tätig und engagierte sich darüber hinaus auch auf Kreisebene. Für sein langjähriges Engagement in der Jugendfeuerwehr erhielt Alexander Seifert zudem die Ehrennadel der Deutschen Jugendfeuerwehr in Silber. Die Ehrung würdigt besondere Verdienste um Aufbau und Förderung der Jugendfeuerwehr.
Auch der Kreisfeuerwehrverband Rhein-Lahn zeichnete mehrere verdiente Feuerwehrangehörige aus. Adrian Seifert und Kajuna Ubl erhielten die Ordensspange in Bronze, Mathias Meller und Ralf Würges die Ordensspange in Silber. Eine besonders hohe Auszeichnung erhielt Herr Hartmut Meffert: Ihm wurde die Ordensspange als Steckkreuz, die höchste Auszeichnung des Kreisfeuerwehrverbandes Rhein-Lahn e.V. verliehen.
Den emotionalen Abschluss bildete die Ehrung von Alexander Seifert mit dem Silbernen Feuerwehr-Ehrenzeichen am Bande des Lands Rheinland-Pfalz Die Auszeichnung wird für besondere Verdienste um das Feuerwehrwesen verliehen. Maren Busch würdigte in ihrer Laudatio sein langjähriges Engagement für Feuerwehr und Nachwuchsarbeit.
Danach ging die Jubiläumsfeier in den geselligen Teil über. Für die jüngsten Gäste wurde die Hüpfburg freigegeben, während die Feuerwehr zum gemeinsamen Mittagessen sowie später zu Kaffee und Kuchen einlud. Das voll besetzte Festzelt und die zahlreichen Gäste machten deutlich: Die Feuerwehr Laurenburg blickt nicht nur auf eine lange Geschichte zurück, sondern ist auch heute eine starke Gemeinschaft und gut für die Zukunft aufgestellt.