Zahlreiche Besucherinnen und Besucher nutzten am Sonntag, dem 5. Juli, den „Tag der offenen Tore“ der Feuerwehreinheit Birlenbach-Fachingen, um einen Blick hinter die Kulissen zu werfen. Neben der Besichtigung des Feuerwehrhauses und der Einsatzfahrzeuge stand vor allem die feierliche Indienststellung eines neuen Kommandowagens (KdoW) im Mittelpunkt der Veranstaltung.
Wehrführer Kevin Lenau begrüßte die
Gäste und moderierte die Veranstaltung. Dabei blickte er zunächst auf die
außergewöhnliche Entstehungsgeschichte des Fahrzeugs zurück: Der Audi A4 Avant
1,9 TDI, Baujahr 2000, war zuletzt bei der Feuerwehr der Stadt Niederkassel im
Einsatz und gelangte durch Feuerwehrkamerad Reiner Loos nach
Birlenbach-Fachingen. Loos hatte das ehemalige Einsatzleiterfahrzeug von
Gerhard Winkler erhalten und es anschließend in rund 200 Stunden Eigenleistung
umfassend technisch überholt. Bremsen, Fahrwerk, Motor und zahlreiche weitere
Komponenten wurden erneuert, sodass der KdoW für seine zukünftigen Aufgaben
bestens vorbereitet ist. Die Folierung des Fahrzeugs wurde von Heiko Schönbach
gesponsert.
Besonders bewegend war für die Birlenbacher Kameraden der Moment, als Reiner Loos mitteilte, dass er den nahezu fertiggestellten Kommandowagen seiner Feuerwehreinheit schenken wolle. Die Zulassung gestaltete sich jedoch zunächst schwierig, da für die Einheit ursprünglich kein Kommandowagen vorgesehen war. Gemeinsam mit dem Rhein-Lahn-Kreis konnte schließlich noch eine Lösung gefunden werden: Im Rahmen der Umsetzung der neuen Katastrophenschutzverordnung wird das Fahrzeug künftig als Führungskomponente des Katastrophenschutzes eingesetzt. Der Rhein-Lahn-Kreis hat demgemäß die Zulassung übernommen.
Künftig bildet die Feuerwehreinheit Birlenbach-Fachingen gemeinsam mit den Einheiten Singhofen, Holzappel und Kamp-Bornhofen eine neue Katastrophenschutzeinheit für den Wassertransport bei größeren Schadenslagen. Während die Tanklöschfahrzeuge den Wassertransport übernehmen, stellt Birlenbach-Fachingen mit dem neuen Kommandowagen die Führungsunterstützung sicher. Bis zur vollständigen Einsatzbereitschaft stehen noch gemeinsame Ausbildungen sowie der Einbau der Funktechnik und die Anbringung der Katastrophenschutzkennzeichnung aus.
Grußworte zur Veranstaltung überbrachte Marcus Grün in seiner Funktion als stellvertretender Kreisbrandinspektor sowie der stellvertretender Wehrleiter der Verbandsgemeinde Diez Thomas Wilbert.
Wilbert nahm außerdem im Rahmen der Feierstunde die Beförderung von Jens Hoffmann zum Brandmeister vor und würdigte dessen Engagement innerhalb der Feuerwehr. Dabei betonte er, wie wichtig für einen zuverlässigen Brandschutz nicht nur gutes Material und ausreichende Ausstattung sind, sondern vor allem eine engagierte Truppe – wie jene in der Einheit Birlenbach-Fachingen.
Im Anschluss segnete Pfarrerin Maike Kniese den neuen Kommandowagen und stellte das Fahrzeug sowie seine zukünftigen Besatzungen unter Gottes Schutz: „In brenzligen Situationen ist es gut, wenn Feuerwehrleute einen Schutzengel haben, der sie bei ihren Einsätzen behütet und der ein Zeichen ist für Gottes Segen, der stets mitgeht“, so Maike Knise unter Verweis auf Psalm 91. Einen symbolischen Schutzengel überreichte die Pfarrerin der Wehrführung und er fand sogleich seinen Platz am Innenspiegel des Audis.
Einen besonderen Platz in der Feierstunde nahm die Ehrung von Reiner Loos ein. Wehrführer Lenau würdigte dessen außergewöhnliches ehrenamtliches Engagement. Loos, der erst im vergangenen Jahr in die aktive Feuerwehr eingetreten ist und mit 63 Jahren den Feuerwehr-Grundlehrgang absolvierte, investierte – wie zuvor beschrieben – rund 200 Arbeitsstunden in die Instandsetzung des Fahrzeugs. Gemeinsam mit seiner Ehefrau Karin sowie den Kindern Daniel und Sabrina habe er maßgeblich zum Gelingen des Projekts beigetragen. Als Zeichen des Dankes überreichte die Feuerwehreinheit dem Ehepaar ein Präsent.
Ein weiterer Dank galt Thomas Lotz. Aufgrund seiner Unterstützung und der guten Zusammenarbeit mit der Firma Magirus konnte die Einheit bereits im vergangenen Jahr ihr Tragkraftspritzenfahrzeug-Wasser (TSF-W) als Vorführfahrzeug mit umfangreicher zusätzlicher Beladung übernehmen. Da Thomas Lotz terminlich verhindert war, soll die vorgesehene Ehrung zu einem späteren Zeitpunkt nachgeholt werden.
Auch abseits des offiziellen Programms bot der Tag der offenen Tore zahlreiche Attraktionen. Am Nachmittag zeigte die Feuerwehrjugend bei einem Schauwettkampf ihr Können und begeisterte die Besucherinnen und Besucher. Ergänzt wurde das Programm durch Wasserspiele, eine Hüpfburg sowie die Möglichkeit, Feuerwehrhaus und Fahrzeuge aus nächster Nähe kennenzulernen. Der Tag der offenen Tore machte die Feuerwehr nicht nur nahbar, sondern unterstrich zugleich den hohen Stellenwert des ehrenamtlichen Engagements für den Brand- und Katastrophenschutz in der Region.















