Unser Wasser

Der Ursprung von Kläranlagen

 
Kläranlagen spielen in unserem alltäglichen Leben eine sehr große Rolle. Doch bis zur ersten Kläranlage war es ein langer Weg. Bis zum 19. Jahrhundert wurden die Menschen in Mitteleuropa von Seuchen und Epidemien bedroht, weil eine geordnete Abwassersammlung und -reinigung fehlte.

Der Aufbau der öffentlichen Abwasserentsorgung Ende des 19.Jahrhunderts legte somit auch den Grundstein für einen wirksamen Gesundheitsschutz der Bevölkerung in Deutschland. In der Stadt Diez wurden erste Kanalrohre bereits nach dem 1. Weltkrieg verlegt. In den umliegenden Ortsgemeinden fand Kanalbau in Ansätzen vor dem 2. Weltkrieg, in der Fläche jedoch erst nach dem 2. Weltkrieg statt.

Diese Teilkanalisationen führten jeweils auf kurzem Weg zum nächsten Vorfluter (Bäche, Gräben, Flüsse). Das Schmutzwasser wurde zunächst in Jauchegruben gesammelt und landwirtschaftlich verwendet.

Unser Trinkwasser

 
Deutschland zählt zu den wasserreichen Ländern dieser Erde. Vom Gesamtangebot werden nur knapp ein Viertel insgesamt und nur 3 Prozent für die öffentliche Wasserversorgung genutzt. Besonders erfreulich ist, dass aufgrund der vielfältigen Initiativen und Bemühungen, Trinkwasser zu sparen, der Wasserverbrauch in Haushalten und Kleingewerbe seit nunmehr drei Jahren auf einem niedrigen Niveau von derzeit 127 Litern pro Tag und Einwohner gehalten werden kann. Auch die Qualität unseres Trinkwassers kann sich sehen lassen. Mehr als 98 Prozent des Wassers entspricht in vollem Umfang den strengen Anforderungen der Trinkwasserversorgung.

Wie viele Kläranlagen gibt es in der Umgebung?

 
Die Verbandsgemeinde Diez umfasst eine Fläche von 107 km². An Abwasserleitungen sind rund 210 km verlegt. Die Verbandsgemeindewerke betreiben 6 Abwasserkläranlagen, 12 Schmutz- bzw. Mischwasserpumpwerke und 27 Regenrückhalteanlagen. Alle Anlagen, mit Ausnahme der Kläranlage Langenscheid, entsprechen dem Stand der Technik. An die 6 Kläranlagen sind die Stadt Diez und 18 Ortsgemeinden angeschlossen. 4 Ortsgemeinden entwässern in benachbarte Kläranlagen. Somit sind, mit Ausnahme von 40 Außengebietsgrundstücken, alle Grundstücke an moderne mechanischbiologische Kläranlagen angeschlossen. Der Anschlussgrad beträgt somit fast 100%.

Wie können bzw. müssen wir zu sauberem Trinkwasser beitragen?

 
Um sauberes Trinkwasser zu haben, müssen wir auch etwas dafür tun. Man sollte keinen Abfall in die Toilette schütten, denn die Entsorgung dieser Abfallstoffe ist sehr arbeits- und kostenintensiv. Deshalb gehören z.B. Zigarettenkippen, Katzenstreu und Hygieneartikel nicht ins Abwasser. Waschmittel sollten sparsam dosiert werden oder – noch besser – Baukastenwaschmittel verwendet werden. Einzel dosierbare Pulver im Baukastensystem verringern Tenside um bis zu 30 und Bleichmittel um 90 Prozent. Autos sollten umweltbewusst in Waschanlagen statt am Straßenrand gewaschen werden.
So können Sie zu einem sauberen Trinkwasser beitragen und der passende Tag zum Thema Wasser ist der 22. März, an dem jedes Jahr der Tag des Wassers ist.

Wie funktioniert eine Kläranlage?

 
Das Abwasser aus der Kanalisation durchläuft das Zulaufpumpwerk, das Rechenbauwerk und den Sand- und Fettfang. Danach passiert es die Zulaufmengenmessung, gelangt in das Vorklärbecken und über das Verteilerbauwerk in die Kombibecken. Absetzstoffe aus der Vorklärung gelangen über den Voreindicker in den Faulturm. Abwasser, Rücklaufschlamm und Belebschlamm werden über das Verteilerbauwerk und die Überschussschlammeindickung in den Faulturm befördert. Der Schlamm aus den Kombibecken und der Vorklärung wird dann im Nacheindicker vorentwässert und in der Schlammentwässerung zu Klärschlamm. Das Filtrat gelangt zurück in den Zulauf. Gereinigtes Abwasser fließt in die Lahn bzw. in andere Gewässer.

Eine Kläranlage besteht aus einem mechanischen und einem biologischen Teil.

In der mechanischen Reinigungsstufe werden grobe Stoffe durch einen Rechen, Sand und Fett im Sand- und Fettfang und schlammige sowie aufschwimmende Stoffe entnommen.

Der biologische Teil der Kläranlage besteht im Wesentlichen aus Belebungsbecken und Nachklärbecken. Die organischen Abwasserinhaltsstoffe dienen den Bakterien und anderen Kleinlebewesen im Belebungsbecken als Nahrung.