Bewerbung ist auf dem Weg


Am 26. März 2015 haben die sechs Vertreter der Verbandsgemeinden Bad Ems, Diez, Hahnstätten, Katzenelnbogen, Nassau und Nastätten als Region Lahn-Taunus den letzten Schritt auf dem Weg ihrer Bewerbung für das LEADER-Förderprogramm unternommen. Sie unterzeichneten eine „Gemeinsame Erklärung“ mit der Aussage, dass sie sich alle in den folgenden Jahren als Region einbringen und für sich in ihren Verbandsgemeinden hierfür die Voraussetzungen schaffen wollen.

Vorausgegangen war ein im September 2014 in Pohl gestarteter intensiver Prozess, in den sich weit über 100 Menschen aus der Region eingebracht haben. Entstanden ist dabei die sogenannte LILE, die Lokale Integrierte Ländliche Entwicklungsstrategie. Die LILE ist gleichermaßen das Bewerbungskonzept und – im Falle der Anerkennung – zugleich auch das Förderprogramm der Region.

sitzend v. links: Sven Lachmann (ifr, Solms), Michael Schnatz, Sabine Ksoll (beide VG Diez)
stehend v. links: Udo Rau (VG Nassau), Harald Gemmer (VG Katzenelnbogen), Josef Oster (VG Bad Ems), Volker Satony (VG Hahnstätten), Jens Güllering (VG Nastätten)

Im Anschluss an das Treffen in Diez wurde die LILE auf den Weg nach Mainz gebracht und dem Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft, Ernährung, Weinbau und Forsten Rheinland-Pfalz vorgelegt. Nun hofft die Region Lahn-Taunus gemeinsam mit den 20 weiteren Bewerberregionen als eine der neuen rheinland-pfälzischen LEADER-Regionen ausgewählt zu werden. Auf dem Spiel stehen etwa 2,5 Millionen Euro an Fördergeldern, die in den nächsten sechs Jahren für „kleine und mittlere Projekte“ eingesetzt werden könnten.


Die Initiative für die Bewerbung war zu Beginn des letzten Jahres vom Ersten Beigeordneten der Verbandsgemeinde Diez, Michael Schnatz, ausgegangen, der gemeinsam mit der Wirtschaftsförderin Sabine Ksoll bereits im Sommer 2013 erste Gespräche für eine entsprechende Weichenstellung mit dem Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft, Ernährung, Weinbau und Forsten (MULEWF) führte, eine ländergreifende Kooperation mit der hessischen Nachbarregion Limburg-Weilburg auf den Weg brachte und letztlich mit dem Zusammenschluss der sechs Verbandsgemeinden alle Partner als LEADER-Region „Lahn-Taunus“ vereinte.


Nach dem Auftakt beim Regionalform in Pohl, das bereits auf unerwartet hohes Interesse gestoßen war, fanden in den zurückliegenden Monaten mehrere Arbeitstreffen zu verschiedenen Themen statt, deren Ergebnisse fortlaufend in die LILE eingearbeitet wurden. Unterstützt wurde die Erarbeitung der LILE durch das Institut für Regionalmanagement aus Solms.


Bei ihrem Treffen blickten der künftige Bürgermeister der Verbandsgemeinde Diez und die fünf Bürgermeister mit einigem Stolz auf die geleistete Arbeit der letzten Monate. Von Allen wurde die LILE als gute und authentische Bewerbung bewertet, die viele innovative Ansätze beinhaltet und ihre Qualität vor allem den zahlreichen Beiträgen der Menschen aus der Region zu verdanken hat.


Die LILE Lahn-Taunus steht unter dem Leitmotiv „Über Grenzen hinaus wachsen“. In diesem Leitbild wird zum einen der Kooperationsgedanke innerhalb der Region, vor allem aber die angestrebte Zusammenarbeit mit der hessischen Nachbarregion Limburg-Weilburg verdeutlicht. Deshalb fand hierzu auch ein Facharbeitstreffen statt, in dem zukünftige Zusammenarbeit konkretisiert werden konnte.


Auch Projektideen wurden schon eingebracht und in die LILE integriert. Dies erfolgte, um zu verdeutlichen, wie viele gute Ansätze in der Region vorhanden sind. Erhält die Region den Zuschlag, können und müssen alle Projekte das formale Verfahren der Antragsstellung durchlaufen. Dabei haben alle Projekte gleiche Startbedingungen, es ist nicht entscheidend, ob ein Projekt schon in der LILE genannt ist. Wichtig ist vielmehr, dass die Projekte thematisch zur LILE passen und sie demzufolge von der Lokalen Aktionsgruppe Lahn-Taunus positiv bewertet und ausgewählt werden können.


Eine Lokale Aktionsgruppe - kurz: LAG - gibt es in jeder anerkannten LEADER-Region. Die LAG ist ein Gremium, das aus verschiedenen Akteuren der Gemeinden, der Wirtschaft, dem Sozialbereich aber auch aus der Zivilgesellschaft zusammengesetzt ist. Die Hauptaufgabe der LAG ist die inhaltliche Bewertung der Projekte, ihre Mitglieder arbeiten ehrenamtlich. In der Lahn-Taunus-Region gibt es bereits eine sogenannte vorläufige LAG, die sich im Januar in Bad Ems zum ersten Mal getroffen hat. Die offizielle Gründung soll im Sommer dieses Jahres stattfinden.


In den nun folgenden Wochen erwarten die Verbandsgemeinden gespannt die Auswahl-Entscheidung aus Mainz. Bei hoffentlich positivem Ausgang startet die Projektförderphase gegen Ende dieses Jahres.


Sollte die Region ausgewählt werden, wird sie ein sog. Regionalmanagement einrichten. Dieses wird vor allem dazu dienen die Projektantragssteller auf dem nicht immer einfachen Weg bis hin zur Genehmigungsreife ihres Projektes zu begleiten. Das Regionalmanagement soll bei der Verbandsgemeinde Diez eingerichtet werden, die sich bereit erklärt hat die Geschäftsstelle für die LAG und die zukünftig LEADER-Region Lahn-Taunus zu übernehmen.